UBS in der Klemme: US-Subprime-Krise fordert weiteres Opfer
Abschreibungen über zehn Mrd. Euro nötig - Staatsfonds eilen zu Hilfe
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| Finanzkrise erreicht Schweizer Institut (Foto: pixelio.de) |
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Zürich/Basel/Wien
(pte/10.12.2007/17:30) -
Die Schweizer Großbank UBS http://www.ubs.ch muss durch die Subprime-Hypothekenkrise zehn Mrd. Dollar (rund 6,8 Mrd. Euro) abschreiben und gerät erstmalig in der zehnjährigen Konzerngeschichte in Bedrängnis. Dies teilte das Unternehmen heute, Montag, mit. Um wieder schwarze Zahlen zu schreiben, beschaffte sich UBS "frisches" Kapital in Höhe von 13 Mrd. Franken (7,9 Mrd. Euro) bei zwei großen strategischen Investoren aus Singapur und dem Nahen Osten. Während UBS bereits im dritten Quartal wegen Abschreibungen in Höhe von etwa 4,7 Mrd. Dollar ein Minus von 726 Mio. Franken "erwirtschaftete", wird nun auch für Q4 mit Verlusten gerechnet. Verglichen mit einem Überschuss von 2,8 Mrd. Franken für das dritte Quartal des Vorjahres ein erheblicher Einbruch.
"Die US-Subprime-Hypothekenkrise geht schon auf den Mai zurück und ist derzeit längst noch nicht ausgestanden. Dass die UBS gegenwärtig massive Verluste zu beklagen hat, verwundert mich daher nicht. Zudem wird die Berichtssaison mit den Jahresabschlüssen noch weitere Überraschungen bereithalten. Soviel ist sicher, die Krise geht weiter, sodass dies nicht der letzte Geschädigte sein wird", meint Erste-Bank-Analyst Hans Engel auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Experten sei auch der Verlauf der Krise in wesentlichen Zügen auf das Verhalten der Anleger nach blinder Gewinnmaximierung zurückzuführen. "In gewisser Art und Weise hat die Gier der Investoren, für nur fünf Prozent mehr Rendite, nahezu jedes Risiko in Kauf zu nehmen, alles noch weiter angeheizt", unterstreicht Engel.
Im Detail splittet sich die Finanzspritze für die UBS auf einen Staatsfonds - die Government of Singapore Investment Corporation http://www.gic.com.sg - auf, die rund elf Mrd. Franken zur Verfügung stellt. Massive Auswirkungen hatte die Nachricht auch auf den Aktienkurs der Bank, der zuerst um rund drei Prozent fiel, später jedoch die Verluste eindämmen konnte. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung notiert das Papier bei 51,60 Euro. Vor dem Hintergrund der US-Subprime-Turbolenzen an den internationalen Finanzmärkten haben Banken weltweit bislang rund 66 Mrd. Dollar an Wertberichtigungen vornehmen müssen, berichtet die Financial Times Deutschland.
Verstärkter Abschreibungsbedarf besteht vor allem bei strukturierten Finanzprodukten wie sogenannten Collaterized Dept Obligations. Die US-Investmentbank JP Morgan schätzt den globalen Wertberichtigungsbedarf dieser Veranlagungen auf ungefähr 260 Mrd. Dollar, bei europäischen Großbanken wird mit Subprime-Abschreibungen in Höhe von 24 Mrd. Dollar gerechnet. Engels Prognose in Hinblick auf die Breitenwirkung der Krise scheint bereits jetzt schon einzutreffen: So befindet sich UBS nach Bear Stearns http://www.bearstearns.com und der Citigroup http://www.citigroup.com als weiteres Institut innerhalb kurzer Zeit in gleicher Gesellschaft, die fremdes Kapital benötigt.
"Dass ein Staatsfonds der UBS nun unter die Arme greift und frisches Kapital liefert, kann als genereller Trend solcher Partnerschaften gesehen werden", meint Engel auf Nachfrage von pressetext. Ähnlicher Ansicht ist auch der QIA-Portfoliostratege Kenneth Chen: "Da bieten sich momentan hervorragende Investitionsmöglichkeiten für Staatsfonds." Ob die angesetzte Strategie einer maximalen Transparenz durch den neuen UBS-Vorstandschef Marcel Rohner aufgeht, bleibt jedoch abzuwarten, sind sich Brachenbeobachter einig. "Die Abschreibungen bringen unseres Erachtens ein Maximum an Transparenz und werden das Potenzial für Spekulationen über notwendige weitere Bewertungskorrekturen minimieren", so Rohner.
(Ende)
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