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AUA-Aktionäre fordern Ötschs Rücktritt
Rasinger: "Falscher Mann zur falschen Zeit am falschen Ort"

AUA-Turbulenzen bringen Ötsch in Bedrängnis (Foto: aua.at)
Wien (pte/05.05.2008/13:09) - Die heftig kritisierte Finanzbeteiligung des österreich-saudischen Multimilliardärs Mohamed Bin Issa Al Jaber über 150 Mio. Euro an der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) http://www.aua.at droht trotz hektischer Rettungsversuche vom Sonntagabend zu platzen. Wie das Magazin profil berichtet, will der Scheich sein Vorhaben stoppen, da sich dieser über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens in die Irre geführt sieht. "Die Verhandlungen über den Einstieg Al Jabers und die daran geknüpften Ziele des AUA-Managements kommen zum völlig falschen Zeitpunkt. Zudem glaube ich nicht, dass der Scheich der richtige für eine Kapitalspritze ist", sagt AUA-Kleinaktionär Rupert-Heinrich Staller im pressetext-Interview. Da die Airline für das erste Quartal 2008 über 60 Mio. Euro Verlust einflog und 200 Mio. Euro bis Jahresende drohen, gerät nun auch AUA-Chef Alfred Ötsch massiv unter Druck.

"Ötsch hat den Vertrauensbonus endgültig aufgebraucht und steht auf dem Prüfstand. Erst Ende 2006 hat die AUA 370 Mio. Euro Kapital bekommen, das zu einem Gutteil schon verbrannt ist. Meiner Meinung nach ist Ötsch der falsche Mann zur falschen Zeit am falschen Ort", so Wilhelm Rasinger, Vorstand des österreichischen Interessenverbands für Anleger (IVA) http://www.iva.or.at, gegenüber pressetext. Ähnlicher Einschätzung ist auch Staller, der die Situation bei der AUA als "konfus" bezeichnet und durch das "interne Chaos" Auswirkungen auf das Abstimmungsverhalten der Aktionäre befürchtet. "Vor allem Ötsch hat durch sein Fehlmanagement dazu beigetragen, dass sich nicht nur das Image verschlechtert, sondern auch der Vertrauensverlust bei den Anteilseignern erhöht hat", so Staller weiter. Laut dem Kleinaktionär müsse der Aufsichtsrat über kurz oder lang daraus Konsequenzen ziehen und Ötsch an der Spitze rasch auswechseln.

Im Vertrag, den Al Jaber mit der AUA und deren Kernaktionär, der zu 42,75 Prozent beteiligten Staatsholding ÖIAG http://www.oeiag.at , geschlossen hatte, wurde vereinbart, dass dieser 20 Prozent an der Airline erhält. Spekulationen nach soll auch ÖIAG-Chef Peter Michaelis die Rolle Ötschs kritisiert haben und dies zum Anlass eines Wechsels nehmen. Trotz der geschäftlichen Talfahrt der AUA sei der Einstiegspreis aber nicht der primäre Grund für die Absage, heißt es aus dem Umfeld des Scheichs. Ursprünglich vorgesehen war, dass dieser 7,10 Euro je Aktie zahlen sollte - fast doppelt so viel, wie die Aktie gegenwärtig wert ist. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (11:50 Uhr) notiert das Papier mit einem satten Minus von 6,33 Prozent bei nur 3,85 Euro. "Al Jaber ist für die AUA wie ein Kuckucksei, da noch nichts darüber bekannt ist, inwieweit dieser im Falle eines doch noch positiven Deals weiter zukaufen würde", sagt Staller. Wird bis zur AUA-Hauptversammlung am kommenden Mittwoch, wo die Kapitalerhöhung abgesegnet werden soll, keine Lösung mit Al Jaber gefunden, droht ein Eklat (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080226001 ).

"Dass die AUA Kapital benötigt, daran besteht in Hinblick auf das Quartalsergebnis kein Zweifel. Der Konzern hat enttäuscht, dennoch kann ich auch Al Jaber verstehen, wenn dieser nicht nur für das Löcherstopfen herhalten will", so Rasinger gegenüber pressetext. Dem Insider nach wachse somit der Druck eine Kompromisslösung zu erzielen, die nicht vor Gericht, sondern einvernehmlich gefunden werden sollte. Obwohl Staller nach "ein Informationsnotstand besteht" und Banken als Großaktionäre schon früher von den Ausstiegsplänen gewusst hätten, bestätigte die AUA einen bereits am 30. April erhaltenen Brief der Rechtsvertretung Al Jabers. Darin heißt es: "Angesichts der Tatsachen erachten sich unsere Mandantinnen an den (am 3. April vereinbarten) Zeichnungsvorvertrag nicht mehr gebunden und ziehen die Kapitalerhöhung zurück." Laut einer ersten AUA-Reaktion hingegen bestehe "keine Rechtswirkung, da ein Rücktritt in dieser Form nicht möglich ist". (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Florian Fügemann
email: fuegemann@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-305

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