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Großbritannien: Immobilienkrise verschärft sich dramatisch
Branche steuert in schwerste Krise seit den 1990er-Jahren

Immobilienkrise in Großbritannien spitzt sich zu (Foto: pixelio.de, stk-design)
London (pte/03.07.2008/06:15) - Während sich der Immobilienmarkt in den USA allmählich wieder auf den Weg der Besserung begibt, schlittert der Sektor in Großbritannien immer tiefer in die Krise. Die Folgen lassen bereits Vergleiche zur Rezession 1992 zu. Neben Großbritannien liegt der Sektor auch in Spanien und Irland lahm. Dies zeigt sich bei jenen Unternehmen am deutlichsten, die diese Märkte gleichzeitig bedienen. So krachte die Aktie des britischen Hausbauunternehmens Taylor Wimpey http://www.taylorwimpey.com gestern, Mittwoch, um bis zu 58 Prozent ein. Das Unternehmen operiert in Großbritannien, Nordamerika, Spanien und Gibraltar und musste zum Verdruss der Anleger den Bedarf einer Kapitalspritze bekannt geben. In Verhandlungen mit potenziellen Investoren wurde keine Einigung erzielt und Taylor Wimpey strich die geplante Dividende für das erste Halbjahr.

Erlösrückgänge und ein Rekordpreisverfall auf Immobilien (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080530004) würden besonders den Wohnungsmarkt in eine Rezession drücken und die britische Konjunktur unterminieren. "In Großbritannien hat eine Abschwächung dieser Art eine größere Bedeutung, als es zum Beispiel in Deutschland der Fall wäre", erklärt Gernot Nerb, Abteilungsleiter für Branchenforschung beim Institut für Wirtschaftsforschung ifo http://www.ifo.de, im Gespräch mit pressetext. So macht sich der verhaltene private Konsum beim britischen Einzelhandelsunternehmen Marks & Spencer bemerkbar, das einen Umsatzeinbruch auf das niedrigste Niveau seit 2005 verzeichnet. Die Aktie gab um 22 Prozent nach, was auf den geringeren Verkauf von Lebensmitteln um 4,5 Prozent und Erlösrückgänge in neuen Filialen während des vergangenen Quartals um 5,3 Prozent zurückzuführen sei.

Die bis zum Vorjahr positive Gewinnentwicklung bei Taylor Wimpey nahm bereits im Vorjahr ein abruptes Ende. Das Unternehmen musste Verluste in Höhe von 24,2 Pence (rund 30 Cent) pro Aktie hinnehmen. Während das Unternehmen bis dahin einen respektablen Aktienwert von 518,5 Pence aufbauen konnte, verfiel dieser seither um knapp 95 Prozent. Das Unternehmen reagiert neben der Dividendenstreichung mit einem Stellenabbau von 900 Posten und Büro-Schließungen in Großbritannien. Angesichts schrumpfender Auftragseingänge im zweiten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 60 Prozent, lag die Nettoverschuldung Ende Juni bei 1,7 Mrd. Pfund.

Im Mai hatte die Bank of England davor gewarnt, dass das Wirtschaftswachstum in Großbritannien 2008 auf einen Wert von einem Prozent zurückgehen könnte. Damit würden die Briten das schwächste Wachstum seit der Rezession 1992 verzeichnen. Im ersten Quartal wurde angesichts der restriktiven Haltung bei Kreditvergaben mit nur fünf Mrd. Pfund bei Immobilienkrediten die geringste Summe seit sieben Jahren vergeben. Dazu kommen derzeit noch Inflationssorgen und frei fallende Immobilienpreise. Schlägt sich die Entwicklung der Immobilienbranche endgültig auf den privaten Konsum durch, wäre das britische Dilemma wohl komplett. (Ende)



Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Manuel Haglmüller
email: haglmueller@pressetext.com
Tel. +43-1-811-40-315

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