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pte080725021 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie |
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Im Golf von Mexiko droht Massentiersterben
23.000 Quadratkilometer Todeszone befürchtet
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| Artenreichtum im Golf von Mexiko durch Düngemittel bedroht (Foto:pixelio.de/Gaby Kempf) |
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Hamburg
(pte/25.07.2008/13:15) -
Die Todeszone im Golf von Mexiko erreicht in diesem Jahr ungeahnte Ausmaße. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) http://www.noaa.gov und der Louisiana State University (LSU) http://www.lsu.edu. Als Todeszone werde Meeresgebiete bezeichnet, in denen der Sauerstoffgehalt des Wassers extrem niedrig ist. In dessen Folge kommt es zu einem Massensterben von Meerestieren in Bodennähe.
"Die Todeszonen entstehen durch die Einleitung von Stickstoffen oder Phosphaten", erklärt Bernd Maierreimann vom Max-Planck-Institut Hamburg auf pressetext-Nachfrage. Die eingeleiteten Nährstoffe sorgen in der Folgezeit für ein starkes Algenwachstum. "Diese werden dann von Bakterien zersetzt und dafür wird viel Sauerstoff benötigt", so Maierreimann weiter. Dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel in den tieferen Meeresschichten. Vor allem Fische und Wirbeltiere, die auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen sind, sind die Leidtragenden dieser Entwicklung. Dadurch, dass die Beute für Großfische wie Haie verschwindet, zieht es diese in Küstennähe und höhere Gewässerbereiche. Von daher befürchten die Forscher der LSU auch in diesem Jahr wieder vermehrt Haiangriffe.
Hatte die Todeszone im Golf von Mexiko in den zurückliegenden Jahren stets eine Größe zwischen 20.000 und 22.000 Quadratkilometern, wird 2008 mit einer Expansion auf 23.000 Quadratkilometer gerechnet. Dies entspricht in etwa der Größe von Hessen. "Die Todeszone wird aufgrund außergewöhnlicher Wassermengen des Mississippi und Atchafalaya, die beide in den Golf von Mexiko münden, und einem sehr hohen Stickstoffzufluss so groß sein", erläutert LSU-Wissenschaftler Eugene Turner. Besorgt über die diesjährigen Ausmaße der Hypoxie äußerte sich auch Forscher der Texas A&M University (TAMU) http://www.tamu.edu . "An einer ganzen Reihe von Punkten haben wir geringe Sauerstoffwerte oder gar den Wert Null gemessen", sagte er. Weil das meiste aus dem mittleren Westen kommende Wasser aber noch Richtung Golf von Mexiko unterwegs sei, könne die Hypoxie bis September andauern. Zu diesem Zeitpunkt sei sie normalerweise zu Ende, erklärte Steve DiMarco von der TAMU.
Doch nicht nur im Golf von Mexiko ist das Phänomen der Hypoxien, wie der Sauerstoffmangel im Fachjargon heißt, zu beobachten. Auch in der Ostsee, dem Schwarzen Meer oder Teilen der Arabischen See wiederholt sich alljährlich dieser Prozess. "Durch das intensive Düngen in den Spätfrühlingsmonaten gelangen dort überall große Mengen von Düngemittel in die Meere", sagt Maierreimann. Problematisch werde dies aber erst, wenn es sich wie bei der Ostsee, dem Schwarzen Meer oder dem Golf von Mexiko um abgeschottete Gewässer handle. "Dort kommt es nur selten zu Durchmischungen der einzelnen Meeresschichten", erläutert Maierreimann. Von daher hoffen die LSU-Wissenschaftler auf eine kurzfristige Besserung der Situation durch die derzeit vor der Mexikanischen Küste tobenden Wirbelstürme. Langfristig, da ist sich Maierreimann sicher, hilft nur eine Verringerung der eingeleiteten Düngemittel. "In Deutschland konnte in den zurückliegenden Jahrzehnten zumindest der Phosphatgehalt erheblich gesenkt werden."
(Ende)
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