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Ausverkauf bei Lehman Brothers
Angeschlagene US-Investmentbank erneut auf Suche nach Kapital

Lehman Brothers auf der Suche nach Kapital (Foto: lehman.com)
New York (pte/19.08.2008/13:35) - Die angeschlagene US-Investmentbank Lehman Brothers http://www.lehman.com hat sich erneut auf die Suche nach einer kräftigen Kapitalspritze begeben. Das nach wie vor unter den Folgen der Subprime-Krise leidende Institut plant den kompletten oder zumindest teilweisen Verkauf seines Vermögensverwaltungsgeschäfts. Wie US-Medien berichten, habe die Bank bereits mehrere potenzielle Investoren bzw. Käufer kontaktiert. Im laufenden dritten Quartal drohen dem Haus abermals Verluste in Mrd.-Höhe. Den Berichten zufolge plant Lehman auch den Verkauf von Vermögenswerten im Bereich Geschäftsimmobilien. Insgesamt werden die zum Verkauf stehenden Sparten auf einen Wert von rund 48 Mrd. Dollar geschätzt. Anhand des frischen Kapitals will das Institut offenbar Mrd.-Verluste, verursacht durch faule Immobilienkredite, ausgleichen.

"Die Probleme im Finanzsektor sind weiterhin Folgen der Subprime-Krise, obgleich direkter oder indirekter Art. Für die Banken ist es angesichts der dadurch ausgelösten Finanzkrise schwierig, sich zu refinanzieren", erklärt Jörn Lange, Analyst bei Raiffeisen Capital Management http://www.rcm.at, im Gespräch mit pressetext. Aufgrund der Größe des Bereichs Geschäftsimmobilien, der auf ein Volumen von rund 40 Mrd. Dollar geschätzt wird, sei ein vollständiger Verkauf der Vermögenswerte unwahrscheinlich. Aus diesem Grund werde die Sparte ebenfalls in Teilen angeboten. Derzeit bestehen jedoch noch unterschiedliche Preisvorstellungen zwischen Lehman und den Interessenten, schreibt etwa die Financial Times. Das Vermögensverwaltungsgeschäft um die Tochter Neuberger Berman wird von Analysten und Bankern auf rund acht Mrd. Dollar geschätzt. Abgesehen von einer kompletten oder teilweisen Übernahme sei eine Beteiligung an dem Bereich möglich.

Lehman Brothers hat bereits in der vergangenen Woche ausführliche Finanzinformationen über das Vermögensverwaltungsgeschäft an potenzielle Investoren wie Kohlberg, Kravis & Roberts, J. C. Flowers, die Blackstone Group, die Carlyle Group, General Atlantic oder Hellman & Friedman adressiert, berichtet die New York Times. So habe das Institut vorgefühlt und das Interesse an dem Bereich getestet. "Um eine Bilanz zu reparieren, existieren verschiedene Möglichkeiten wie eine Kapitalerhöhung, Anleihen zu platzieren oder eben Assets zu verkaufen. Beim Verkauf handelt es sich wohl um die einfachste Lösung. Welche Option aber zu wählen ist, hängt schlussendlich von der individuellen Situation ab", so Lange gegenüber pressetext. Nachdem Lehman im laufenden Jahr bereits Finanzspritzen in Höhe von rund zwölf Mrd. Dollar erhielt und Analysten für das dritte Quartal erneut Verluste über 1,8 Mrd. Dollar befürchten, scheint die Bank frisches Kapital mehr als dringend zu benötigen. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Manuel Haglmüller
email: haglmueller@pressetext.com
Tel. +43-1-811-40-315

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