Yahoo-Chefwechsel: "Jerry Yang fehlte konsistente Strategie"
Microsoft-Übernahme rückt näher - Yahoo-Aktie legt zwölf Prozent zu
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| Yahoo-Chef zieht Konsequenzen (Foto: yahoo.com) |
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Sunnyvale/Wien/New York
(pte/18.11.2008/13:55) -
Der bisherige CEO des US-Internetkonzerns Yahoo, Jerry Yang, nimmt seinen Hut. Wie das Unternehmen in der Nacht auf heute, Dienstag, bekannt gab, wurde Vorstandsvorsitzender Roy Bostock damit beauftragt, umgehend einen Nachfolger zu finden. "Eine fehlende konsistente Unternehmensstrategie und eine mangelnde Fokussierung auf das Kerngeschäft haben bei Yahoo dazu geführt, dass sich unter der Führung von CEO Jerry Yang eine Betriebsblindheit eingestellt hat", kommentiert Erste-Bank-Analyst Ronald-Peter Stöferle den heutigen Rücktritt des Yahoo-Mitbegründers gegenüber pressetext.
Laut dem Insider sei die jüngst gescheiterte Werbekooperation mit Marktführer Google der "Sargnagel für Yang" gewesen. Aber auch der erfolglose Verkauf des Konzerns an Microsoft dürfte Yang vor allem aus den eigenen Reihen Kritik entgegengebracht haben. "Das Medienmanagement hätte der nun Ex-CEO nicht erst 2007 auswechseln sollen. Es hatte sich bereits zuvor mehr als deutlich abgezeichnet, dass die Konsolidierung des Unternehmens fehlschlägt", so Stöferle. Der Rücktritt Yangs sei somit berechtigt und bereits im Vorhinein zu erwarten gewesen.
Yangs Abgang zeigte deutliche Reaktionen auf den internationalen Handelsparketten. Im nachbörslichen Handel an der New Yorker Wall Street konnte die Yahoo-Aktie mehr als vier Prozent zulegen. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (13:48 Uhr) notiert das Papier mit 12,77 Prozent im Plus bei 9,45 Euro. "Obwohl derzeit fieberhaft nach einer Nachbesetzung gesucht wird, wird es noch einige Zeit dauern, bis man signifikante Veränderungen sehen wird. Die Chancen für eine Microsoft-Übernahme sind durch den Abgang Yangs zwar gestiegen. Dennoch glaube ich nicht, dass es zu unüberlegten Schnellschüssen kommen wird", erläutert Stöferle auf Nachfrage von pressetext. US-Medienberichte verweisen unterdessen darauf, dass der Yahoo-Verwaltungsrat Carl Icahn einen zweiten Fusionsanlauf anstrebt. Zuvor hatte Yahoo ebenfalls wiederholt Fusionsgespräche mit dem Time-Warner-Konzern AOL geführt.
Stöferle sieht Yangs Managementfehler vor allem darin begründet, dass dieser nicht nur das Angebot von Microsoft-Chef Steve Ballmer über rund 47,5 Mrd. Dollar ausgeschlagen hatte, sondern auch zu lange auf ein höheres Gebot hoffte. Belastend hinzu kommt auch, dass sich Google aus Angst vor einem Kartellverfahren aus dem Suchmarketing-Vereinbarungen mit Yahoo zurückzog und Yang daraufhin eine Anbiederung an Microsoft vorgenommen hatte (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=081106016). "Die Aktie befindet sich fast auf dem Stand von 2001. Insofern wäre eine Zusage zum Microsoft-Angebot (33 Dollar je Aktie) aus heutiger Sicht der beste Weg für Yahoo gewesen", merkt Stöferle an. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, soll Yang auch künftig wichtige Aufgaben für Yahoo wahrnehmen und wie bisher dem Verwaltungsrat angehören.
Unterdessen schießen die Spekulationen über eine Nachbesetzung des Chefpostens ins Kraut. Für das Amt des CEO kämen sowohl interne als auch externe Kandidaten in Frage, teilte das Unternehmen mit. Youssef Squali, ein Analyst der US-Investmentbank Jeffreys, hatte zuvor Jonathan Miller, einen früheren Topmanager beim Yahoo-Konkurrenten AOL, als möglichen Kandidaten genannt. Die mangelnde strategische Ausrichtung Yahoos hatte im direkten Konkurrenzkampf mit Google dazu geführt, dass Yang zuletzt immer mehr an Boden verloren hatte. So kündigte der Yahoo-CEO an, unter Berücksichtigung der Finanzsituation jede zehnte Stelle im Konzern streichen zu müssen. Die Kritik an der Führungsschwäche von Yang führen Insider auch darauf zurück, dass dieser noch nie eine Firma geleitet hat. Dies würde sich laut Technologie-Analyst Rob Enderle "bemerkbar" machen.
(Ende)
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